Großes, Wohngebäude umgeben von Bäumen und Grünflächen, mit einem Kiesweg davor.

Gastgeber & Geschichte im Pichlschloss

Tradition und Geschichte des Hotel Landsitz Pichlschloss

Das Pichlschloss ist kein standardisiertes Hotel. Es ist ein gewachsenes Haus mit Geschichte, das von den Menschen geprägt wurde, die hier gelebt, gearbeitet und Gäste empfangen haben. Am 31. Mai 1332 wurde das Schloss zum ersten Mal unter dem Namen “Pühlern", was„Leute am Pichl" bedeutet, urkundlich erwähnt. Ab 1885 diente das Pichlschloss bereits als “Curhotel”. Seither hat das Pichlschloss viele Aufgaben erfüllt: Es diente als Lungenheilanstalt, als Entbindungsheim und als Erholungsheim. Seit 1926 ist das Schloss in Familienbesitz. Zu dem Zeitpunkt heiratete Grete Paumgartner, die Großmutter der Gastgeberin Katrin Heindl, zum Pichlschloss. Heute ist es ein ruhiger Landsitz für Gäste, die Natur, Rückzug und eine persönliche Atmosphäre suchen.

Diese Geschichte wird im Haus spürbar: in den Räumen, im Park und im Wald, in den Geschichten, die weitererzählt werden. Das Pichlschloss ist ein familiengeführtes Hotel in Österreich, allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist ein Ort, der immer wieder neu genutzt, gepflegt und weiterentwickelt wurde.

Ein gewachsenes Haus mit vielen Aufgaben

Das Pichlschloss ist eng mit den Themen Erholung und Gesundheit verbunden. Zur Zeit der Lungentuberkulose wurde es als Lungenheilanstalt genutzt. Die gute Luft, die Lage und die Verbindung zur Medizin prägten diese Phase. Später blieb dieser Gedanke erhalten. Das Schloss war stets ein Ort, an dem Menschen wieder zu Kräften kommen sollten.

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Pichlschloss als Entbindungsheim. Rund 3.000 Kinder kamen hier zur Welt. Frauen aus der Region, Offiziersfrauen und auch hochschwangere Mütter aus Graz fanden hier einen sicheren Ort. Damit wurde das Schloss für viele Familien Teil ihrer eigenen Geschichte.

Nach dieser Zeit entwickelte sich das Pichlschloss zu einem Erholungsheim für öffentlich Bedienstete. Die Gäste blieben damals oft mehrere Wochen, auch Regierungsmitglieder kamen ins Haus. Eine besondere Erinnerung aus dieser Zeit ist die eigens für Minister Helmer verlegte Telefonleitung. Was heute selbstverständlich klingt, war damals etwas Besonderes.

Auch der Alltag im Haus war ein anderer. So wurde das Frühstück noch auf schweren Tabletts in die Zimmer getragen. Morgens klapperten die Tassen und Kaffeekannen durch die Gänge. Die Landwirtschaft war in vollem Gange: Kühe, Schweine, Hühner, Felder und Wald gehörten selbstverständlich dazu. An der Stelle, an der sich heute Barfußparcours und Kneippbecken befinden, war früher der Eisteich. Im Winter wurden Eisblöcke herausgeschnitten und im Erdkeller gelagert, um Lebensmittel über den Sommer kühl zu halten.

Drei Generationen Frauenführung

Das Pichlschloss wurde über drei Generationen hinweg stark von Frauen geprägt. Die Großmutter Grete Paumgartner, die im Haus liebevoll „Mutti“ genannt wurde, führte den Betrieb mit großer Fürsorge. Nach dem Krieg war es ihr wichtig, dass gutes Essen auf dem Tisch stand und jeder sich erholen und Kraft tanken konnte.

Später übernahm die Mutter der heutigen Gastgeberin Helga Gerke das Haus. Auch sie führte den Betrieb in einer Zeit, in der sich vieles veränderte, weiter. Die Landwirtschaft wurde teilweise zurückgefahren, da Lebensmittel im Handel einfacher und günstiger verfügbar waren. Gleichzeitig blieb der Gedanke bestehen, diesen Ort zu pflegen. Eine gesunde Lebensweise war weiterhin wichtig, darauf wurde von Dr. Lennart Gerke geachtet.

Katrin Heindl und Matthias Heindl haben vieles wieder aufgenommen. Felder, Wald und Landwirtschaft waren bereits vorhanden. So entstand der Wunsch, wieder mehr selbst zu machen, Produkte bewusster herzustellen und stärker mit regionalen Bauern zusammenzuarbeiten. Damit knüpft das Pichlschloss an seine Geschichte an.

Gastgeber mit Haltung

Heute wird das Pichlschloss als ruhiges, gemütliches und persönliches Haus geführt. Die Gastgeberin Katrin Heindl kümmert sich vor allem um das Geschehen im Haus, um die Gäste, die Atmosphäre und das Wohlergehen aller. Ihr Mann Matthias Heindl ist für die Außenbereiche, die Landwirtschaft, die Technik und alles, was draußen wächst, gepflegt und erhalten werden will, zuständig.

Diese Aufgabenteilung passt zum Charakter des Hauses. Innen und außen gehören zusammen. Das Haus, die Landwirtschaft, der Garten, die Wege, die Küche und die Menschen bilden eine kleine, eigene Welt. Echt, authentisch und ungekünstelt.

Ein großer Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt aus der Region. Viele sind dem Haus seit Jahren verbunden. Das merkt man im Alltag: Stammgäste werden wiedererkannt, Vorlieben bleiben in Erinnerung und kleine Gewohnheiten werden wahrgenommen. So entsteht ein herzliches Willkommensgefühl.

Tradition und Gegenwart

Die Geschichte des Pichlschloss ist wichtig, aber das Haus bleibt nicht in der Vergangenheit stehen. Das Haus wurde im Laufe der Zeit immer wieder adaptiert: von der Heilanstalt über das Entbindungsheim bis hin zum heutigen Rückzugsort. Geblieben ist die Überzeugung, dass dieser Ort etwas Besonderes bietet.
Heute konzentriert sich das Team im Pichlschloss auf Gäste, die Ruhe suchen, ein gesundes Umfeld schätzen und die Vorzüge eines familiengeführten Hauses gegenüber denen eines großen Hotelbetriebs bevorzugen. Viele Gäste bleiben länger, manche kommen seit Jahren wieder. So entstehen Bekanntschaften, Gespräche und manchmal sogar Freundschaften.

Das Pichlschloss verbindet Tradition und Gegenwart nicht durch große Gesten, sondern durch Haltung: achtsam wirtschaften, regionale Kreisläufe stärken, Räume erhalten, Menschen willkommen heißen und die Natur nicht überformen. Auch die Tatsache, dass es keinen Pool gibt, gehört zu dieser Geschichte. Nicht alles muss gebaut werden, nur weil es möglich wäre. Manches bleibt besser, wie es ist.

Wer heute ins Pichlschloss kommt, betritt also nicht nur ein Hotel in der Region Murau. Sie kommen an einen Ort, der seit fast hundert Jahren Menschen aufnimmt, stärkt und begleitet. Ein traditionelles Haus mit Geschichte, Gastgebernähe und einem klaren Gefühl dafür, was bleiben darf.

FAQ

Das Pichlschloss ist seit 1926 in Familienbesitz. Damals heiratete die Großmutter der heutigen Gastgeberin in das Haus ein und prägte seine weitere Entwicklung.

Das Pichlschloss war unter anderem Lungenheilanstalt, Entbindungsheim während des Zweiten Weltkriegs und später Erholungsheim für öffentlich Bedienstete. Heute ist es ein ruhiger Landsitz und Naturhotel in der Steiermark.

Ja. Das Pichlschloss ist ein familiengeführtes Hotel in Österreich und wird heute mit persönlicher Gastgebernähe, regionaler Verwurzelung und viel Bezug zur Geschichte des Hauses geführt.

Besonders ist die Verbindung aus Gesundheit, Erholung und Landwirtschaft mit der Herstellung von eigenen Produkten, Kurse zur Erhaltung der Mobilisierung der Gesundheit und Angeboten wie Sauna, Massagen, Barfußparcours, Luftkurhalle und verschiedene Aktivitäten in der Natur.

Heute prägen Ruhe, Natürlichkeit, Regionalität, persönliche Atmosphäre und ein achtsamer Umgang mit dem gewachsenen Haus die Haltung des Pichlschloss.

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