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Benediktinerabtei Seckau

Der Grundriss der romanischen, aus Seckauer Sandstein erbauten Kirche zeigt einen langgestreckten, dreischiffigen Innenraum mit drei Apsiden im Osten. Eine romanische Kreuzigungsgruppe aus Holz schwebt in einer aus Eichenbalken mit Eisenketten kombinierten Aufhängung über dem Hochaltar. Das im linken, vorderen Seitenschiff befindliche Habsburger-Mausoleum zählt zu den frühbarocken Hauptwerken des Grazer Hofes. Die Gnadenkapelle birgt das Seckauer Gnadenbild, das älteste Gnadenbild Österreichs, das aus der Zeit um 1200 stammt: nach der Legende habe der Gründer des Stiftes Seckau Adalram von Waldeck dieses Relief aus jadeartigem Stein in einem Baum gefunden und an dieser Stelle die Kirche erbaut. Vermutlich ist das Alabasterrelief in einer venezianischen Werkstatt nach dem byzantinischen Vorbild der Nikopoia geschaffen worden. Eine zeitgenössische Ergänzung ist die Engelkapelle, in der Herbert Boeckl 1952–1960 in seiner Seckauer Apokalypse Themen aus der Offenbarung des Johannes in Freskotechnik darstellt.

Der erste Propst der Abtei, Wernher von Galler, begann 1143 unter dem Einfluss von Erzbischof Konrad I. von Salzburg mit der Errichtung einer dreischiffigen Basilika, die 1164 fertiggestellt wurde. Am 16. September 1164 weihte Bischof Hartmann von Brixen die romanische Kirche. Auf Veranlassung von Papst Honorius III. und Erzbischof Eberhard II. von Salzburg wurde 1218 die Salzburger Suffragandiözese Seckau eingerichtet. Die Stiftskirche wurde nun auch Kathedralkirche (bis heute wird sie deshalb als Dom im Gebirge bezeichnet). Mit der Aufhebung des ursprünglichen Chorherrenstiftes Seckau durch Kaiser Joseph II. wurde der Sitz der Diözese nach Graz verlegt, die Kirche verlor ihren Status als Kathedrale. 1930 wurde die Kirche zur päpstlichen Basilika minor erhoben.

Der heutige Sakralbau besteht aus unterschiedlichen Bauabschnitten. Der ursprüngliche Südturm, im 12. Jahrhundert errichtet, war um einiges älter als der Nordturm aus dem Jahr 1333. Die Vorhalle der Basilika stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden die Seitenschiffe eingewölbt. Die Einwölbung des Mittelschiffes mit einem Sternrippengewölbe erfolgte um 1480/1500. Zwischen 1671 und 1677 kam es zur teilweisen, barocken Umgestaltung der romanischen Basilika. Sie wurde von Baumeister Peter Franz Carlone geleitet. Die weitreichenden Pläne einer völligen Umgestaltung des Kircheninneren wurden nie ausgeführt. Die Basilika erhielt eine barocke Turmfassade. Der Hochaltar und einige Seitenaltäre entstanden in dieser Zeit. Im Jahr 1886 stürzte der barockisierte Nordturm ein. Im selben Jahr wurde der Südturm abgetragen, bevor von 1891 bis 1893 beide Türme und die Westfassade wieder errichtet wurden. Zur selben Zeit wurde die Basilika nach den Plänen des Benediktiner-Paters Pirmin Camani und unter der Leitung des Wiener Dombaumeisters Freiherr Friedrich von Schmidt durch einen Anbau verlängert. Zwischen 1884 und 1900 erfolgte eine Restaurierung der Innenausstattung sowie die Entfernung der barocken Westempore und der barocken Altäre. 1964 gestaltete der Architekt Clemens Holzmeister den Altarraum neu. Wie der romanische Kern sind auch die neuromanischen Umbauten des 19. Jahrhunderts aus Seckauer Sandstein gefertigt oder mit Sandstein verkleidet wie die Turmfassade. Die Basilika besaß ursprünglich kein Querschiff und ähnelte in ihrer Form der Stiftskirche Sankt Peter in Salzburg. Den östlichen Abschluss bildeten drei Apsiden, die bei dem Umbau 1891/93 weiter nach hinten verschoben wurden. Ein großer Altar- und Chorbereich entstand. Durch die Umbauten wurde ein großzügiger Mönchsbereich geschaffen. Die Basilika wird als Pfarr- und als Mönchskirche genutz

Die romanische Kreuzigungsgruppe in Seckau gehört zu den wenigen Lettner-Gruppen, die in Österreich erhalten sind. Die drei Figuren stellen den gekreuzigten Christus als zentrale Figur und Maria und Johannes als seitliche Assistenzfiguren dar. Ursprünglich befanden sich die Figuren auf dem steinernen Lettner, der in Seckau annähernd in der Mitte der Kirche aufgestellt war. Die heutige Zusammenstellung entstand um 1200. Die drei Figuren stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach 1200 wurde das Seckauer Kreuz geschaffen und ersetzte aus unbekannten Gründen das erste Kruzifix. Davor war das Gaaler Kruzifix, das heute im Tiroler Landesmuseum in Innsbruck aufbewahrt wird, die zentrale Figur. Die neue Figur ist ein Dreinageltypus. Christus wird nur mehr von drei Nägeln am Kreuz gehalten, der Eindruck von Leid und Vergänglichkeit wird durch die ausdrucksstarke S-Form des Körpers betont. Das Gesicht in seiner edlen, frei von Schmerz erscheinenden Ausführung und das Fehlen von Wundmalen betont die Hoffnung auf Auferstehung.

Engelkapelle

Die ehemalige Kreuzkapelle, heute Engelkapelle, entstand erst nach dem Seckauer Turmsturz, bei dem ein Teil der Klosteranlage zerstört wurde. Der 1893 im ehemaligen Innenhof errichtete Saalraum beherbergt den Fresken-Zyklus der „Seckauer Apokalypse“. Von 1952 bis 1960 vom Künstler Herbert Boeckl geschaffen, zählt die Szene aus der Offenbarung des Johannes zu den bedeutendsten Werken sakraler Kunst in Österreich nach 1945. Der Freskenzyklus gilt als der umfangreichste innerhalb der Monumentalmalerei der Moderne. Die übrige Einrichtung (Altartisch, Kreuz, Leuchter, Tür) wurde ebenfalls nach Entwürfen Boeckls gefertigt.

Der Künstler begann die Arbeiten an der Seckauer Apokalypse (1952/53) in der Engelkapelle mit der Gestaltung der nördlichen Altarwand. 1954 setzte Boeckl die Arbeit an der Ostwand fort; diese wurde nach zahlreichen Veränderungen erst 1958 vollendet. Boeckls malerisches Hauptwerk wurde 1960, nach acht Jahren Arbeit, mit der Freskierung der Westwand fertiggestellt. Zwei Jahre nach Abschluss der Arbeiten am Fresko kam es zur endgültigen Fertigstellung der Engelkapelle mitsamt Tor und Interieur.

Boeckl interpretiert die Offenbarung des Johannes sehr eigenständig. Das zentrale Thema bleiben jedoch Schuld und Sühne. Im Zentrum der Altarwand ist das Lamm zu sehen. Als springendes Lamm symbolisiert es den Sieg des Glaubens und die Hoffnung auf Auferstehung. Umgeben wird es von Engeln und den vier apokalyptischen Wesen. Die Schuld wird in kleinen Darstellungen thematisiert (Kain und Abel, das Haupt des Täufers, Schweißtuch der Veronika). Die Ostwand thematisiert den Weltuntergang. Als Zentrum ist die weiße Frau (der Glaube, die Kirche, Maria) zu sehen, die zwar vom Drachen bedroht wird, aber über ihr öffnet sich bereits das Paradies. Das Leid des Menschen wird durch eine Darstellung des Leidens Christi wieder mit der Erlösung in Verbindung gebracht. Die Südwand zeigt das Jüngste Gericht. An der Westwand sind Heilige zu sehen.

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